In einer Vakuum-Diode werden durch eine Heizspannung (ca. 6V) Elektronen aus der Glühkathode herausgelöst (sog. Glühelektrischer Effekt). Eine Spannung von wenigen hundert Volt zwischen Glühkathode und Anode beschleunigt dann die nun freien Elektronen zur positiv
geladenen Anode hin.Bei der Elektronenstrahlröhre ist die Anode mit einem kleinen Loch versehen, so dass ein geringer Anteil der Elektronen auf Grund der eigenen Trägheit hindurchfliegt. Auf diese Weise erhält man im Raum hinter der Anode einen Strahl aus vielen Elektronen, genannt Elektronenstrahl. Da Elektronen unsichtbar sind, machen wir sie durch eine Leuchtschicht sichtbar. Der Leuchtschirm ist so angebracht, dass die Elektronen nicht senkrecht auf ihn treffen, sondern streifend. So können wir den Verlauf des Strahls über eine kurze Strecke beobachten, denn ein Elektron gibt beim Aufprall auf den Schirm einen Teil seiner Energie an ein Atom der Leuchtschicht ab, den dieses dann in Form von grünem Licht wieder abstrahlt. |
| In diesem Video wird der Einfluss eines Magnetfeldes auf bewegte Elektronen deutlich.
Führt man nämlich einen Stabmagnet an die Röhre heran, so dass die Elektronen einem immer stärker werdenden Magnetfeld ausgesetzt werden, dann kann man die Ablenkung des Elektronenstrahls sehr gut
beobachten. Man erkennt die Abhängigkeit der Ablenkung von der Nähe des Magneten, d. h. von der Stärke des Magnetfelds. Ferner stellt sich beim Experimentieren heraus, dass die Kraft (wieder) genau dann am Größten ist, wenn die magnetischen Feldlinien senkrecht auf der Bewegungsrichtung der Elektronen stehen. «Hier der Film als download, falls nicht angezeigt» |
Eine weitere Möglichkeit, einen Strahl freier Elektronen indirekt optisch sichtbar zu machen, bietet das nebenstehend abgebildete Fadenstrahlrohr. Es ist ähnlich wie obige Röhre aufgebaut, der Elektronenstrahl wird nach dem selben Prinzip erzeugt. Im Fadenstrahlrohr kann im
Gegensatz zur Braun'schen Röhre jedoch der Verlauf des Elektronenstrahls im Raum und nicht nur
sein Auftreffen auf einem Bildschirm sichtbar gemacht werden. Dieser Effekt wird erreicht,
weil im Innern der Röhre ein Gas mit niedrigem Druck enthalten ist und die Elektronen
durch Energieübertragung Gasatome zum Leuchten anregen. Somit kann der Elektronenstrahl,
der durch eine Steuerelektrode fadenartig gebündelt wird, bei abgedunkeltem Raum gut sichtbar gemacht
werden.
Die Ablenkung des Strahls wird hier durch ein homogenes Magnetfeld vermittelt, das durch zwei
außen angebrachte sog. Helmholtzspulen erzeugt wird. Aufgrund der Homogenität des Feldes können die Elektronen auf Kreis- und Spiralbahnen gezwungen werden.
Die Kraft, die bei den Versuchen 3 und 4 auf die bewegten Elektronen und auch bei den Versuchen 1 und 2 (siehe hier) auf die Leiter wirkt, heißt Lorentzkraft. Sie wurde vom Physiker Hendrik Antoon Lorentz entdeckt, dem zu Ehren die Kraft seinen Namen erhielt. Er hat ebenfalls festgestellt, dass diese Kraft auf jedwelche Art bewegter, geladener Teilchen wirkt:
| Lorentzkraft |
| Die Lorentzkraft wirkt auf geladene Teilchen, die sich in einem Magnetfeld bewegen. Sie ist am größten, wenn Strom- und Feldrichtung zueinander senkrecht stehen (gleich Null bei Parallelität). Je größer die Stromstärke oder die Stärke des Magnetfeldes, desto größer die Kraft. |