
Selbiges würde mit einem drehbar gelagerten Elektromagneten (stromdurchflossene Spule mit Eisenkern) geschehen, wie die zweite (schematische) GIF-Animation zeigt.

Könnte dieser Elektromagnet die Richtung des durch seine Spule fließenden Stromes jedoch im geeigneten Augenblick umkehren, so würde er in Bewegung bleiben; aufgrund seiner Trägheit würde er ja den "toten Punkt" leicht überwinden und dann mit neuer Kraft weitergedreht werden. Dies veranschaulicht die dritte Animation: Umpolen des Spulenstromes alle 180°.

Und schon ist die prinzipielle Funktionsweise eines Elektromotors geklärt. Der technischen Umsetzung dieses Prinzips ist der Rest dieser Seite gewidmet.
(Hinweis: Die Drehbewegung lässt sich auch mit Hilfe der Lorentzkraft erklären, siehe unten.)
Der einfachste Anker ist der Doppel-T-Anker ("T" aufgrund des Aussehens).
Dieser Anker ist aber für täglich eingesetzte Motoren
ungeeignet. Stehen sich nämlich die Pole des Ankers und die Pole des unbewegten
Feldmagneten (sog. Stator) vor dem Start genau gegenüber, so läuft der Motor nicht an und muss
angestoßen werden (siehe Video; starten mit Mausklick!)«Hier download des Videos, falls nicht angezeigt.» |
Dieses Problem lässt sich durch die Verwendung eines Ankers mit mehr als zwei T-Stücken
vermeiden. Zum Beispiel gibt es bei einem Dreifach-T-Anker immer höchsten eine Spule, auf die
keine Kraft wirkt. Dadurch läuft der Motor von alleine an und muss deshalb nicht
zusätzlich mechanisch angestoßen werden. (Auch dazu nebenstehend ein Video,
ebenfalls mit Mausklick zu starten.)«Hier download des Videos, falls nicht angezeigt.» |
Das Magnetfeld des Stators kann anstatt durch Dauermagnete auch durch Elektromagnete erzeugt werden (siehe Ankertypen). Dann ist eine Reihe unterschiedlicher Beschaltungen möglich.
Werden etwa Rotor und Stator von einer gemeinsamen Stromquelle mit Energie
versorgt, so kann man unter anderem zwischen Hauptschluss- und Nebenschlussmotor (siehe Zeichnungen) unterscheiden: Beim Hauptschlussmotor sind
Rotor und Stator in Reihe geschaltet, beim Nebenschlussmotor sind Rotor und
Stator parallel geschaltet. Einen Nebenschlussmotor zeichnet eine fast gleich bleibende
Drehzahl bei schwankender Belastung aus. Ein Hauptschlussmotor hat dagegen ein hohes
Anzugsvermögen.
Im Gegensatz zu Motoren mit einem gleichbleibenden Stator-Magnetfeld können
diese beiden Motoren mit Gleich- und mit Wechselstrom betrieben werden. Deshalb
heißen
sie auch Allstrommotoren. Der Wechselstrombetrieb ist möglich, da sich die Pole
von Stator- und Ankermagnet dabei immer gleichzeitig vertauschen und dies somit keine Rolle
spielt.


Wie bereits mehrfach erwähnt, lässt sich die Drehbewegung des Ankers auch mit Hilfe der Lorentzkraft erklären. Eine detaillierte (und lustige) Erläuterung dazu findet sich bei Johannes und Benjamin. (Der Einfachheit halber wählen sie eine Spule mit nur einer Windung.) Für das Verständnis hilfreich ist ferner dieses hervorragende Java-Applet von Walter Fendt.
© Tobias Schwab
© Alexander Feineis